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4 Feb 2016

RADIKAL ECHT SEIN!

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WARUM IMMER HAPPY SEIN ZU WOLLEN EINE SUCHT DES MANGELS IST….

IMG_20150910_171410 (1)Ständig lese und höre ich seit Jahren Beiträge zum im “Jetzt” leben, dadurch glücklich sein, Wohlstand und andere Annehmlichkeiten zu bekommen. Doch leider wird das meistens verwechselt und gleich gesetzt mit “immer happy” sein zu müssen. Und Andere einen gern sofort zurechtzuweisen, scharf belehren, ungefragt natürlich, wenn man gerade still, tief, traurig oder gar Depressiv ist.

Auch mit dem ständig positiven Focuss im Hirn, gemäss des Gesetztes der Anziehung rumlaufen zu sollen und wenn einem was negatives passiere oder Leid, wäre man was? Ja natürlich, “Selbst Schuld..!”

Wieso funktioniert das aber nicht mit dem echten Leben und den echten inneren Emotionen, die wir haben? 

Das ist aus meiner Sicht einfach mal glatt an der Realität der Dualität dieses Spiels auf dem schönen Erdenball und den ziggfachen Emotionen die wir erleben können vorbei gelebt.

Alles um uns herum und in uns, macht uns das Gegenteil vor, wenn wir genau hinsehen und hinfühlen und da ist auch die eigentliche Balance. Balance kann nicht entstehen, wenn wir immer nur alles Schön haben wollen, immer Happy und glücklich, immer Reich und begehrt, immer im Mittelpunkt.

Nichts gegen das Jetzt, aber das Jetzt ist nicht nur happy und gut, es ist auch unglaublich schroff, widerlich, unbarmherzig, ungerecht… nur wenn du das auch so mir nichts dir nichts akzeptierst, lebst du im Jetzt, nicht weil du glaubst, dass immer alles Super sein muss…

Immer “Happy” sein zu müssen, ist für mich inzwischen nur noch Zeichen einer ganz anderen Sucht, eines massiven Mangelgefühls nicht zu genügen, genauso, mit all den Fehlern und Leiden und Krankheit, die Sucht des ewigen Glücks ist, eine versteckte Maske der völligen Inakzeptanz für Menschen die Leiden, hochnäsig über ihr krank sein zu urteilen oder im spirituellen Hochmut weniger Begünstigten heimlich zu unterstellen, sie sind ja eben selbst Schuld…

Das ist, was ich tatsächlich unter vielen Spiritisten, Heilern und auch Business Machern vorfinde. Bis einer selbst scheitert und sein Denken neu überdenken muss! Ich nenn diese eng geistige Erlaubnis zu sich selbst nur glücklich sein zu dürfen und sonst schnell alles andere wegzuschieben, zu ignorieren und nicht nah kommen zu lassen die “Happy-Krankheit”. Denn aus solch einer Sicht musst du, wenn du nicht Dauer Happy bist, dich heimlich mindestens schlecht und schuldig fühlen. Und das macht wirklich krank!

So ein Quatsch! Sieh dich um und durch alle Epochen hindurch, sieh dir die heiligen Schriften an. Eine ganze heilige Schrift widmet sich komplett dem Thema Leid und die Überwindung des Leides. Der Buddhismus. Diese behauptet sogar, dass hier gar nichts happy ist, dass alles in Leid Endet. Und das krasseste Ende des Leides ist der Tod und das mit einer 100%igen Garantie für jeden hier! Ist das schön, liebevoll oder was nettes? Nein!

Softere Versionen des Leides sind z.Bsp.: Wenn du nur isst, bekommst du schrecklich Bauchweh = ist leidvoll. Wenn du immer nur Sex hättest, tut dir auch alles weh. Wenn du krank bist, sogar todkrank, hast du ständig schmerzen. Bist du Alt, wirst du hier fast geächtet wie früher ein Leprakranker, du kommst ins Altenheim und bist weg von der Mattscheibe. Wenn du nur immer Urlaub machen könntest, langweilst du dich irgendwann zu Tode und musst Frustshopping oder Machtspiele beginnen, auch wieder Leid. Wenn du immer nur arbeitest, spürst du dich nicht mehr, auch leidvoll. usw. usw.

Es geht nicht darum immer “Happy” sein zu müssen im Leben, um Glücklich zu sein, sondern “ECHT!” Eben wie man wirklich gerade ist und kann. Das macht dann wirklich glücklich. Und das geht auch ganz im stillen Sinn, mit sich. Ich würde es eher als eine Art Frieden bezeichnen. 

Wenn man nicht die wahre Ausrichtung findet, alles in Balance zu machen und alles als eine Illusion zu erkennen, bleibt man im eweigen Leidkreislauf gefangen. Erlösung gibts dann nur mit der totalen Erkenntnis, dass eben alles Leid ist, und nicht Happy, und das ist der echte Befreiungsweg… jedenfalls im Buddhismus. Und somit lernt man dort mit dem Leid einfach nur besser umzugehen, da man es durchschaut, dennoch fühlten selbst die Meister bis zum Schluss Leid… Egal ob Jesus, Buddha, Maria oder der Dalai Lama. Sie fühlen auch körperliche Schmerzen, sehen das Unheil in der Welt, dass sie mit Sicherheit nicht kalt lässt und sehen sehr genau hin.

Stell dir vor es gibt immer nur Sonne, Happy, dann haben wir Wüste, da ist gar nichts. Oder immer nur Regen, da sind die Tropen, Weinen, da ist Fülle…!?

Die Wahrheit hinter der Maske

Die Wahrheit hinter der Maske

Ist das nicht seltsam? In der Natur ist es genau anders herum, da wo es immer nur Sonnenschein gibt, verdorrt alles und da wo es dauerhaft regnet, gedeiht und wächst alles…

Und ist es in der Seele nicht ebenso? Wachsen und gedeihen wir nicht letztlich an den schwierigen Aufgaben und nicht an den Leichten, die wir vielleicht sogar ganz schnell vergessen? Werden wir nicht reifer, milder, groszügiger, weitsichtiger, ausgeglichener je mehr wir erlebten, auch einsteckten und uns durch harte Zeiten hindurch gekämpft haben und irgendwann doch siegreich über irgend etwas heraus kamen?

Ist es nicht in Wirklichkeit so, dass diese auf Happy getrimmte momentane Gesellschaft mehr Leid, Einsamkeit, Kummer und fremdeln der eigenen Emotionen erlebt, da man nur ein Gefühl wirklich sein und zeigen darf, als es vielleicht vorher war? Wo klar war, dass das Leben ein stetetes auf und ab ist, voll gespickt mit Krankheiten, Kriegen, Armut, Siechtum, Ungerechtigkeit und Tod, aber auch Liebe, Schönheit, Kunst, Mitgefühl und Wunder? Sind es nicht diese Urkräfte in uns, die uns wirklich formen und nicht das ewig milde Einerlei?

Was ist los mit uns? Sind wir so blind und innerlich verarmt, dass wir hysterisch immer nur glücklich sein wollen und müssen, dass uns mehr in Mangelbewusstsein stürzt als es nötig ist, da man gar nicht ständig happy sein kann von Natur aus?

Dass das auch gar nicht vom Schöpfer gewollt ist und wir endlich mal aufhören sollten, uns ständig gegen alles “unhayppy” sich anzufühlende wehren müssen, als wäre es der letzte Tag im Leben?

Wie wäre es, wenn du und ich uns einfach mal entspannen, uns psychologisch nach hinten anlehnen und sowohl heisse Sonne, Gewitterwolken, Winde und Schnee einfach geschehen lassen. Ohne einzugreifen. Ohne es ständig “weg” haben zu wollen? Ohne uns ständig selbst wie die Priester des Mittelalters innerlich zu geisseln und permanentes Glücklich sein von uns zu fordern?

Brachten nicht seit ewigen Zeiten schon gerade Melancolie und Trauer wunderschöne Gedichte, Kunstwerke, Theaterstücke und Lieder hervor? Brachte nicht genau in Kriegszeiten die Hilfe und das wahre Mitgefühl zum Gegenüber menschlich heroische Werte zum Vorschein? Und brachten nicht genau Krankheit und Leid oft eine immense Stärke des inneren Kriegers des Lichtes hervor oder der ewigen Liebe?

Versteh mich nicht falsch, ich liebe es happy zu sein, aber auch zu weinen, toben, ganz leise und einfach nur mal da zu sein. Eben alle Stücke in mir zu leben und nicht 10 zu unterdrücken, damit nur die Eine, derzeit anerkannte “Glückliche” leben darf.

Und das macht mich in Wahrheit Glücklich:

Mir zu erlauben, Alles sein zu können! Und nicht aus Furcht vor Trauer und Leid immer die Lustige zu miemen, wenn da Tränen sprechen wollen.

Wie ergeht es dir dazu?